Jahreszeiten auf der Peißnitz erwohnt

Winter

Lautlos decken weiße Flocken die Bäume, die Brücke, den Kanal. Ein Auto gleitet unhörbar und verlangsamt über die Richardstrassenbrücke über den Kanal. Die Bäume neigen ihre dick mit Schnee bedeckten Häupter vor dem Winter, gelegentlich durchdringt ein Sprung des Eises die winterliche Stille.

Das Wohnschiff „Peißnitz“ ist aus Stahl, auf Spanten genietet, gebaut und weist eine extreme Stabilität gegenüber Eis auf. Durch eine intelligente Hinterlüftung und Erwärmung der Stahlschiffswände darf die Peißnitz selbst im dicksten Eis einfrieren. Wie von selbst taut sich ein ein Zentimeter breiter Wasserspalt um den Schiffskörper herum auf. Sie bewegt sich, wie bei freier Wasserfläche, auch im Winter. Beinahe unmerklich, ohne zu schaukeln: die Peißnitz „lebt“. Während andere Hausbootanlieger das Eis um den Schwimmkörper ihres Hausbootes herum aufschlagen müssen, um ihn vor Frostschäden zu bewahren, schauen Sie Ihnen gemütlich aus der Wohnküche bei der Arbeit zu und genießen die Winterstimmung der Eiszapfen, die sich an den Dachüberständen der Umgänge bilden und in denen sich das Licht der historischen Kandelaber der Richardstrassenbrücke bricht.

Die Wärmepumpe sorgt derweil im Innenraum für angenehme Wohntemperaturen und benötigt selbst bei Dauerfrost nur selten zusätzliche elektrische Heizenergie. Ihre Besucher können sich ihrer schneematschbedeckten Winterschuhe bereits vor der Haustür entledigen, sie dort im Trockenen unter dem Dachüberstand abstellen, während sie selbst bei der im gesamten Wohnschiff installierten Fussbodenheizung mollig warm bleiben.

Die Technik, eben auch die Wasserleitungen zum Land, ist vollständig frostgeschützt und bedarf auch im härtesten Winter keiner zusätzlichen Aufmerksamkeit, sondern verrichtet wie gewohnt unmerklich zuverlässig ihren Dienst. Auch wenn Sie sich mit Schlittschuhen oder Langlaufskiern auf den Weg machen, das Alstervergnügen ungestört von Kraftfahrzeugen zu erreichen.

Frühling

Eis und Schneee sind verschwunden, die Trauerweiden knospen im zartgrünen Flaum. Die Ruderer gleiten auf ihren ersten noch winterzähen Trainingsfahrten an den Umgängen entlang und tauchen ein in das Erwachen der Natur. Der Flieder überschüttet die Terrasse der Peißnitz mit Blüten und seinem verheißungsvollen Duft, während innerhalb weniger Tage die Zeugen der Großstadtumgebung hinter dem für Blicke undurchdringlichen Naturvorhang der Uferböschung verschwinden. Die Peißnitz schwimmt inmitten von Wildnisvegetation, lediglich die Richardstrassenbrücke zeigt wie schon seit über 100 Jahren, dass es noch andere Menschen, eine andere Welt gibt.

Freudig klopfen die zurückgekehrten Alsterschwäne an die Fenster im Wassergeschoß und begehren ihrer Brothäppchen, während Sie selbst sich zum ersten Nachmittagskaffee in den Windschutz der geöffneten Terrassentüren unter den Dachüberstand setzen, dem Kranichpaar unter der Brücke zuschauen und den Frühling einatmen. Oder in eigener erwachender Aktivität Ihr am Heck der Peißnitz liegendes Boot aufklarieren, um die erste – je nach persönlicher Vorliebe – Ruder-, Paddel oder Segelfahrt im Alsterrevier oder die erste Motorbootfahrt zur und auf der Elbe zu unternehmen.

Sommer

Sommer in Hamburg – er ist so vielseitig wie die Möglichkeiten, ihn auf der Peißnitz zu genießen. Ein morgendliches Bad im Eilbekkanal mag Ihnen Erfrischung, Training oder Traum sein – von der Heckterrasse geleitet Sie eine Leiter ins und aus dem Wasser. Ohnehin können Sie auf dieser nach Osten gelegenen Terrasse im Licht der Morgensonne das Frühstück einnehmen.

Den Tag verbringen Sie im Sonnenschutz der Dachüberstände auf den Umgängen oder der Terrasse auf dem Obergeschoss, oder Sie bleiben bei weit geöffneter Terrassentür in der Wohnküche. Im Licht der Abendsonne lässt sich der „Sundowner“ auf der Bugterrasse stilvoll auf der echten, funktionsfähigen Ankerwinde servieren, während der Blick sich unter der Richardstrassenbrücke hindurch nach Hunderten von Metern im Verlauf des Eilbekkanals verliert.

Die weiten Dachüberstände und die üppige Isolierung der Peißnitz sorgen auch an heißesten Sommertagen mithilfe der passiven Kühlung durch das Kanalwasser im Wohnbereich für angenehm kühle Temperaturen. Wenn es noch kühler gewünscht wird, lässt sich die aktive Klimatisierung der Wärmepumpe aktivieren, die Wände und Fußböden weiter herunterkühlt.

Herbst

Der erste Herbststurm zerrt an der Peißnitz, lässt sie aufgeregter „atmen“, ohne sie schwanken zu lassen und lässt goldgelbe Ulmenblätter unter der Richardstrassenbrücke hindurch toben. Die Bewegungen des Wohnschiffes, der in den Zweigen heulende Wind – sie vermitteln dem Bewohner mit der molligen Wärme der Wände und Fussböden Geborgenheit und Schutz. Der Herbstregen zaubert unendlich tanzende Vorhänge aus Wasserperlenketten von den Dachüberständen der Peißnitz, ohne die Fenster auch nur zu benetzen. Die Wasseroberfläche des Kanals saugt unzählige Wassertropfen auf und erscheint matt gepixelt und belebt, nur gelegentlich hasten Passanten über die Brücke, um der Witterung zu entkommen, würdigen die Schönheit des Kanals keines Blickes mehr.

Die Alsterschwäne schauen zum letzten Mal vorbei, bevor sie ins Winterquartier ziehen. Die Terrassenmöbel wurden im Licht der letzten Herbstsonne im großen Heckschrank verstaut. Täglich früher schaltet die einbrechende Dunkelheit die aus über 500 LEDs bestehende Außenbeleuchtung ein und lässt die Peißnitz mit ihrer weißen Fassade wie einen Vorboten des Winters als weiße Pracht in die Tiefen der Wasserspiegelungen hineinwachsen.